Alle Kennzeichenarten in Deutschland
Von Standard bis Diplomatenkennzeichen — 12 Nummernschilder im Überblick mit visuellen Beispielen, Einsatzzweck und rechtlichen Grundlagen.
Die 12 Kennzeichenarten
Jede Kennzeichenart hat ihren eigenen Zweck, eigene Regeln und ein eigenes Erscheinungsbild.
Standardkennzeichen
Das normale Nummernschild für zugelassene Fahrzeuge.
Schwarze Schrift auf weißem Grund mit blauem Eurofeld links. Jedes in Deutschland zugelassene Fahrzeug erhält dieses Kennzeichen bei der Anmeldung.
Saisonkennzeichen
Begrenzte Zulassung auf bestimmte Monate im Jahr.
Am rechten Rand steht der Nutzungszeitraum (z. B. 04–10). Außerhalb dieser Monate darf das Fahrzeug nicht bewegt werden. Beliebt bei Cabrios und Motorrädern.
E-Kennzeichen
Für Elektro-, Plug-in-Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge.
Erkennbar am „E“ hinter der Erkennungsnummer. Gewährt Privilegien wie kostenloses Parken, Busspur-Nutzung oder reduzierte Kfz-Steuer — je nach Kommune.
H-Kennzeichen
Für historische Fahrzeuge (Oldtimer) ab 30 Jahren.
Das „H“ am Ende steht für „historisch“. Voraussetzung: Fahrzeug ist mindestens 30 Jahre alt, weitgehend original und hat ein Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO bestanden.
Kurzzeitkennzeichen
Maximal 5 Tage gültig für Überführungs- und Probefahrten.
Erkennbar am gelben Feld rechts mit dem Ablaufdatum. Wird häufig für Fahrzeugüberführungen oder Probefahrten ohne reguläre Zulassung verwendet.
Rotes Kennzeichen (06er)
Für Händler, Werkstätten und Hersteller.
Rote Schrift auf weißem Grund. Die Erkennungsnummer beginnt mit „06“. Nur für Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten erlaubt — nicht für den privaten Gebrauch.
Rotes 07er-Kennzeichen
Für Oldtimer-Sammler bei Veranstaltungen und Probefahrten.
Rote Schrift mit „07“ am Anfang der Nummer. Darf nur für Fahrten zu Oldtimer-Veranstaltungen, Werkstätten und Probefahrten genutzt werden. Steuerlich begünstigt.
Grünes Kennzeichen
Für steuerbefreite Fahrzeuge.
Grüne Schrift auf weißem Grund. Typisch für landwirtschaftliche Maschinen, Anhänger von Schaustellern, Anhänger für Sportgeräte oder Fahrzeuge gemeinnütziger Organisationen.
Ausfuhrkennzeichen
Für den Export von Fahrzeugen ins Ausland.
Auch „Zollkennzeichen“ genannt. Erkennbar am roten Feld rechts mit dem Ablaufdatum. Gültig für die Dauer der Ausfuhr, maximal ein Jahr.
Wechselkennzeichen
Ein Kennzeichen für zwei Fahrzeuge derselben Klasse.
Der gemeinsame Teil wird gewechselt, ein fahrzeuggebundener Teil bleibt am Fahrzeug. Beide Fahrzeuge dürfen nicht gleichzeitig genutzt werden. Spart Kfz-Steuer, aber nicht Versicherung.
Diplomatenkennzeichen
Für diplomatisches Personal und Konsulate.
Beginnt mit „0“, gefolgt von der Länderkennung (z. B. 17 = USA). Diplomatische Fahrzeuge genießen Immunität und sind von vielen Verkehrsregeln ausgenommen.
Versicherungskennzeichen
Für Mopeds, E-Scooter und Kleinkrafträder.
Kleines Plastikschild, das am Heck befestigt wird. Die Farbe wechselt jährlich (Schwarz → Blau → Grün). Kein Gang zur Zulassungsstelle nötig — nur Versicherung abschließen.
Kennzeichen-Formate
Je nach Fahrzeug gibt es unterschiedliche Plattengrößen.
Einzeilig
520 × 110 mm
Standardformat für die meisten Fahrzeuge, vorne und hinten
Zweizeilig
340 × 200 mm
Häufig hinten bei Pkw, Importfahrzeugen, Geländewagen und Motorrädern
Verkleinertes Kennzeichen
255 × 130 mm
Für Leichtkrafträder und Motorräder — kleineres Format
So ist ein Kennzeichen aufgebaut
Jedes deutsche Kennzeichen folgt einem klaren Schema — von links nach rechts.
Eurofeld
Blaues Feld mit EU-Sternen und Länderkürzel „D“
Unterscheidungszeichen
1–3 Buchstaben für die Stadt oder den Landkreis (z. B. „B“ = Berlin, „M“ = München)
Erkennungsnummer
1–2 Buchstaben + 1–4 Ziffern, individuell zugewiesen von der Zulassungsstelle
Prüfplakette
HU-Plakette (TÜV) auf dem hinteren Kennzeichen — zeigt den nächsten HU-Termin
Stempelplakette
Zulassungssiegel des zuständigen Bezirks mit Landeswappen
Gut zu wissen: Seit 1994 ist die FE-Schrift (fälschungserschwerende Schrift) Pflicht. Sie erleichtert die automatische Erkennung durch Mautkameras und Polizeiscanner.
Interessante Fakten
Kennzeichen behalten bei Umzug
Seit 2015 dürfen Sie Ihr Kennzeichen bei einem Umzug in einen anderen Bezirk behalten. Eine Ummeldung beim neuen Bezirk ist trotzdem Pflicht.
Versicherungskennzeichen-Farbe
Die Farbe wechselt jährlich im Zyklus: Schwarz → Blau → Grün. So erkennt die Polizei sofort, ob die Versicherung aktuell ist.
H-Kennzeichen spart Steuern
Statt der regulären Kfz-Steuer zahlen H-Kennzeichen-Besitzer pauschal nur 191,73 € pro Jahr — unabhängig von Hubraum oder Schadstoffklasse.
Wunschkennzeichen reservieren
Bei den meisten Zulassungsstellen können Sie Ihr Wunschkennzeichen online reservieren — Kosten: ca. 10–13 € extra.
E-Kennzeichen-Vorteile
Je nach Stadt: kostenlos parken, Busspur nutzen, reduzierte Parkgebühren. Die Vorteile variieren stark zwischen den Kommunen.
🔤Ortskürzel-Verzeichnis
Welches Kürzel gehört zu welcher Stadt? Unser Kennzeichen-A–Z hat alle Ortskürzel von A bis Z.
FAQ: Kennzeichen in Deutschland
Wie viele Kennzeichenarten gibt es in Deutschland?
Welches Kennzeichen brauche ich für ein Elektroauto?
Ab wann bekommt mein Auto ein H-Kennzeichen?
Kann ich mein Kennzeichen bei einem Umzug behalten?
Was kostet ein Wunschkennzeichen?
Wofür steht das Ortskürzel auf dem Kennzeichen?
Wie funktioniert das Versicherungskennzeichen?
Brauche ich eine eVB-Nummer für ein Kennzeichen?
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